Gedicht zum Herbstausflug vom 28. August 2011

Warum denn in die Ferne schweifen?

Sieh das Gute liegt so nah.

Warum denn nach den Sternen greifen.

Glück und Schönheit sind schon da.

 

Das Jubiläum der Zünfte wurde angerichtet

In Schaffhausen im Jahre zweitausend und elf.

Die Metzger haben sich zünftig verpflichtet

Zu feiern und zu bechern, auf dass Gott helf!

 

So ist man auf die Idee gekommen,

In diesem speziellen Jahr

Dem Herbstausflug just an dem Tag zu frommen

An dem der Mittelalter- Markt angesagt war.

 

Aber all das Essen und Trinken,

und alle die versprochenen Völlerein

musste man sich zuerst verdienen

Mit einem „Waggel“ entlang dem Rhein.

 

Zügig ging‘s los zu früher Stunde

Vom Bahnhof hinauf zur Fäsenstaub.

In der Promenade lag Tau auf den Blättern,

ein Eichhorn verschwand raschelnd im dichten Laub.

 

Entlang dem Rhein nun zogen wir hurtig.

Mit Sack und Pack und Frau und Kind

Die Gespräche waren relaxt und persönlich

Der Alltag war nicht mehr der Herr im Grind.

 

Und plötzlich lag der Rheinfall vor uns

Blaueweisse Gischt im Sonnenlicht

Mein Schwager sagte hingerissen:

„So schön wie in Schaffhausen,

ham wir‘s bei uns nicht.“

 

Und auf der Terrasse des Restaurant Park

Gab es dann Weisswein im hellen Glas

Ein Apéro mit Häppchen und Käse und Quark

Und Kaffee und Bier und was weiss ich, was.

 

Der Boden schwankte mir unter den Füssen

und ich dachte bei mir, dass ich zu viel getrunken.

Bis ich glaubte, mich an etwas halten zu müssen

…und das Rheinfall Böötli wäre fast gesunken.

 

Wir waren da schon auf dem Boot gen Schloss Laufen

Und mir wurde trümmlig auf schwankenden Bohlen

Meine Frau sagte, das kommt vom vielen Saufen

Und wollte mir schon den Hintern versohlen.

 

Doch hurtig nun den Felsen erklommen

Die einen auf des Schusters Rappen

Die anderen haben den Fahrstuhl genommen

Wie auch immer, wichtig war, es musste klappen.

 

Denn erwartet wurden wir in des Schlosses Halle

Von einem Abgesandten der Weber Zunft

Wir Metzgerzünfter setzen uns alle

Um uns zu erlaben am „Diktat der Vernunft“.

 

Der Referent sprach frisch von der Leber

Über die hochlöblichen Zünfte und alte Zeiten

Nur schade, dass er vom Club der Weber

Sonst hätten wir ihn eingeladen, uns zu begleiten.

 

Zum üppigen Mahl ging‘s nämlich jetzt im Galopp

Die Tafeln waren zum Brechen geladen

Und wieder hiess es galant und salopp:

„Liebe Zünfter schlagt zu, das kann ja nicht schaden“.

 

Zurück nach Schaffhausen war‘s ein Katzensprung

Mit dem poppigen Bähnli braucht man nicht lang

Und wir trafen uns dann, und zwar alt und jung

Zum Besuch des Zunft - Markts, gerade beim Eingang.

 

Unser Herbstausflug wurde zur Reise in die Zeit

Im Mittelalter befanden wir uns ganz plötzlich!

Umgeben von Rittern, Adligen und Handelsleit

Die lebten und stritten und feilschten ergötzlich.

 

Von Stand zu Stand führte unser Pfad

Mitten ins pralle Leben der alten Zeiten

Mit Jahrmarktsbetrieb und Riesenrad

Und Schwertkampfgezänke und Hofdamenbegleiten.

 

Schlussendlich aber fanden wir ein Wirtshaus

Unserem feinen Zunft-Geschmack angemessen

In den Fischstand der edlen Zunft zun Fischern

Gingen wir rein und sind dort abgesessen.

 

Und nun kam der letzte Teil des Vergnügens:

Ein Vesper-Imbiss aus kühlen Forellen

Wein wurde getrunken aus  tönernen Krügen

Im Bauch schwammen die Forellen in dessen Wellen.

 

Und dann wurden die Liederbücher gebracht

Und sonore Stimmen schwangn sich nach oben

Die alten Zunftlieder erklangen mit Macht….

Um Gott, den Wein und unsre Zünfte zu loben.

 

Drum liebe Zunftbrüder lasst mich sagen:

Das Leben kann man nicht vom Fernseher entlehnen:

Bleibt nicht zuhause, an den Herbstausflugtagen….denn…

„Was man erlebt, kann einem niemand nehmen!